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Abstract

Leukozytoklastische Vaskulitis
Leucocytoclastic vasculitis

Vaskulitiden sind Entzündungen, die sich primär in der Gefäßwand abspielen. Die leukozytoklastische Vaskulitis (LcV) stellt die häufigste Form der Vaskulitis an der Haut dar und spielt sich vor allem an den postkapillären Venolen ab. Klinisch ist ihr Kardinalsymptom die palpable Purpura, histologisch sind es der apoptotisch-leukozytoklastische Kernzerfall der Granulozyten, die fibrinoide Nekrose der Gefäßwand und der nachfolgende Austritt von Erythrozyten. Die häufigste Ursache ist die Ablagerung von Immunkomplexen an der Gefäßwand (Immunkomplex-Vaskulitis). Wenn primär IgA im Immunkomplex gebunden ist, liegt meist eine systemische Beteiligung vor im Sinne einer Purpura Schoenlein-Henoch (PSH).Die PSH tritt bei Erwachsenen seltener als bei Kindern auf, ist aber häufiger mit schweren Komplikationen belastet.Vaskulitiden mit IgGoder IgM-haltigen Immunkomplexen bleiben klinisch oft auf die Haut beschränkt und haben bei systemischer Beteiligung eine günstigere Prognose als die PSH. Bei anderen Formen der LcV sind außer den Immunkomplexen weitere Faktoren pathophysiologisch wirksam (Kryoglobulinämie, urtikarielle Vaskulitis, LcV mit okklusiver Vaskulopathie bei Autoimmundermatosen). Die LcV ist außerdem ein initiales oder begleitendes Symptom der systemischen, ANCA-assoziierten Vaskulitiden oder ein wichtiges Symptom einer Bakteriämie. Die Diagnostik soll die genaue Form der LcV, das Ausmaß einer systemischen Beteiligung sowie mögliche Ursachen abklären.Wenn kein Auslöser beseitigt werden kann, sollte man unkomplizierte Formen der LcV wegen des günstigen Spontanverlaufes symptomatisch behandeln.Wenn sich hingegen Nekrosen und Ulzerationen ankündigen,z.B.durch hämorrhagische Blasen, dann sind kurze Kortikosteroidstöße angezeigt.Bei chronisch rezidivierender LcV bietet sich der Einsatz von Dapson und Kolchizin an. Bei schwerer systemischer Vaskulitis werden immunsuppressive Strategien verfolgt.

Cord Sunderkötter
Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Münster

Reviewer:Matthias Goebeler,Mannheim
und Kerstin Steinbrink, Mainz

CME Dermatol 2008; 3(1): 32-50