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Abstract

Dermatosen in der Schwangerschaft
Specific dermatoses of pregnancy

Komplexe endokrinologische, immunologische, metabolische und vaskuläre Veränderungen in der Schwangerschaft wirken sich auf unterschiedliche Weise an der Haut aus. Neben dem Auftreten von physiologischen Hautveränderungen und Veränderungen im Verlauf präexistenter Dermatosen kann es zur Manifestation von spezifischen Schwangerschaftsdermatosen kommen.Zu diesen zählen atopische Schwangerschaftsdermatose, polymorphe Schwangerschaftsdermatose, intrahepatische Schwangerschaftscholestase und Pemphigoid gestationis,wobei Erstere die vormaligen, rein deskriptiven Erkrankungen Schwangerschaftsprurigo und Schwangerschaftsfollikulitis beinhaltet. Juckreiz ist das Leitsymptom aller vier Erkrankungen. Während bei atopischer und polymorpher Schwangerschaftsdermatose keine und bei Pemphigoid gestationis lediglich eine geringe Beeinträchtigung der fetalen Prognose besteht, ist die intrahepatische Schwangerschaftscholestase mit beträchtlichem intrapartalen »fetal distress« sowie einer signifikant erhöhten Früh- und Totgeburtenrate assoziiert. Juckreiz in der Schwangerschaft sollte daher niemals bagatellisiert werden, sondern zu einer exakten Abklärung der Beschwerden führen. Die charakteristische Konstellation gewisser anamnestischer und klinischer Parameter kann bereits bei der Erstvisite die Diagnosestellung erleichtern, welche, im Fall von Pemphigoid gestationis und intrahepatischer Schwangerschaftscholestase in der Folge durch spezifische immunfluoreszenzmikroskopische oder laborchemische Untersuchungsergebnisse verifiziert wird.Während Kortikosteroide und Antihistaminika zur Therapie von atopischer und polymorpher Schwangerschaftsdermatose sowie Pemphigoid gestationis eingesetzt werden, sollte bei der intrahepatischen Schwangerschaftscholestase die spezifische Therapie mit Ursodesoxycholsäure erfolgen.

Christina M.Ambros-Rudolph
Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie,
Medizinische Universität Graz

Reviewer: Eva Werner, Berlin
und Esther von Stebut, Mainz

CME Dermatol 2008; 3(1): 52-64