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Abstract

Klinik, Diagnostik und Therapie von Dermatophytosen
Dermatophytoses

Unter dem Begriff »Dermatophytosen« werden durch Dermatophyten verursachte Infektionen der Haut und der Hautanhangsgebilde (Nägel und Haare) zusammengefasst (Höger et al. 2003). Der vielfach synonym gebrauchte Begriff »Dermatomykose« umfasst hingegen alle Pilzerkrankungen der Haut einschließlich der durch Hefen (Candida spp., Malassezia spp.) oder Schimmelpilze hervorgerufenen Haut- und Nagelmykosen. Zu den Dermatophyten zählen obligat pathogene Hyphomyzeten (Fadenpilze), die direkt und indirekt übertragen werden können. Es werden drei anamorphe (asexuelle) Genera (Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton) unterschieden mit etwa 40 Arten. Davon haben allerdings in Mitteleuropa nur eine geringe Anzahl Spezies eine größere klinische Bedeutung. Die einzelnen Erreger zeichnen sich ferner durch eine charakteristische geographische Verbreitung, den Grad der Anpassung an ihren Wirt und die Präferenz für bestimmte Befallslokalisationen aus (Tab. 1). Bei klinischem Verdacht einer Hautpilzerkrankung gehören deshalb sowohl Fragen nach Tieren in der Umgebung des Erkrankten als auch Fragen zur Abstammungsnationalität und nach Auslandsaufenthalten zur Anamnese. Häufigste Erreger in Mitteleuropa sind Trichophyton (T.) rubrum, T. interdigitale und T. mentagrophytes. Vom Erscheinungsbild der Erkrankung kann nicht auf den verantwortlichen Dermatophyten rückgeschlossen werden. Im Allgemeinen verursachen zoophile Dermatophyten (vorwiegend bei Tieren vorkommend) im Gegensatz zu anthropophilen (den Menschen bevorzugend) beim Menschen aufgrund der geringeren Wirtsadaptation oft stärker inflammatorische Krankheitsbilder. Die Übertragung der Dermatophyten geschieht direkt von Mensch zu Mensch, vom erkrankten Tier und in Ausnahmefällen durch das Erdreich. Kriterien einer Berufskrankheit können erfüllt sein (z.B. Tinea barbae durch T. verrucosum = BK 3102; Gärtnermikrosporie durch Microsporum gypseum). Eine Meldepflicht für isoliert auftretende Microsporum-canis-Infektionen besteht seit 1980 nicht mehr. Ausbrüche von Dermatophyteninfektionen sind aber gemäß Infektionsschutzgesetz den Gesundheitsbehörden anzuzeigen.

Peter Mayser

Reviewer: Pietro Nenoff, Mölbis
und Martin Schaller,Tübingen

CME Praktische Fortbildung CME Dermatologie 3/2006: 12-24