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Abstract

Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen - Klinik, Definition, diagnostische Kriterien und Maßnahmen
Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen - Klinik, Definition, diagnostische Kriterien und Maßnahmen

Schwere Arzneimittelreaktionen wie Stevens-Johnson- Syndrom (SJS), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN), aber auch akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) und Hypersensitivitätssyndrom (HSS)/»Drug reaction with eosinophilia and systemic symptoms« (DRESS) sind spezifische Reaktionsformen, die aufgrund klinischer und histologischer Kriterien voneinander abgegrenzt werden können. Erst nach einer klaren Diagnosestellung können spezifische therapeutische Maßnahmen erfolgen. Obwohl die vorgestellten Score-Systeme mit ihren Punktwertsystemen für AGEP und HSS/DRESS für den Ungeübten oder weniger Erfahrenen nicht einfach in der Handhabung sind und derzeit vor allem von Experten im Rahmen von Studien verwendet werden, lassen sich die eigentlichen Diagnosekriterien leicht praktisch nutzen. Da sich die Hautveränderungen im Verlauf der Erkrankung wandeln und sehr unterschiedlich präsentieren können, ist bei allen drei Krankheitsbildern eine gute Fotodokumentation zu Beginn und im Verlauf der Erkrankung empfehlenswert. Um die entscheidende Maßnahme durchzuführen, nämlich das verdächtige auslösende Arzneimittel frühzeitig abzusetzen, ist eine sehr detaillierte und gründliche Arzneimittelanamnese unerlässlich. Hierzu sind oftmals die Angaben der in ihrem Allgemeinbefinden stark beeinträchtigten Patienten nicht ausreichend, sodass weitere Informationsquellen über mögliche verordnete und/oder eingenommene Arzneimittel herangezogen werden müssen. Dabei unterscheiden sich für die beschriebenen Reaktionsformen die medikamentösen Auslöser und/oder die Latenzzeiten zwischen Beginn der Arzneimitteleinnahme und Beginn der Unverträglichkeitsreaktion.

Maja Mockenhaupt

Reviewer:Konrad Bork, Mainz
und Peter Schulze, Berlin

CME Dermatol 2007;2(2):4-18