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Abstract

Dermatopathologie I: entzündliche und Autoimmundermatosen
Dermatopathologie I: entzündliche und Autoimmundermatosen

Die Dermatopathologie kann als wichtigste Untersuchungsmethode in der Dermatologie zur exakten nosologischen Einordnung von Hautkrankheiten bezeichnet werden. In keinem anderen Spezialfach der Medizin findet sich eine so unmittelbare Beziehung zwischen dem klinischen Erscheinungsbild und der histologischen Morphologie. Dies trifft insbesondere für die Diagnostik melanozytärer Neoplasien und entzündlicher Dermatosen zu, bei denen häufig erst die Korrelation des klinischen und des histologischen Bildes eine valide Diagnostik erlaubt. Klinisch tätige Dermatologen stellen die Indikationen für Probebiopsien oder Exzisionen in Abhängigkeit von der Fragestellung und führen diese in fachgerechter Weise aus. In diesem Zusammenhang sind fundierte Grundkenntnisse der Dermatohistologie essenziell für die Entscheidung, ob mikrobiologische, immunfluoreszenzoptische oder auch molekularbiologische Zusatzuntersuchungen veranlasst werden sollen. Davon wiederum hängt ab, in welchen geeigneten Fixier- oder Transportmedien die Gewebeproben versendet werden, und nicht zuletzt auch, welche klinischen Begleitinformationen notwendigerweise übermittelt werden müssen. Kenntnisse in der Dermatohistologie sind zum Verständnis der Klinik von Dermatosen unerlässlich und ermöglichen profunde differenzialdiagnostische Abwägungen bei der Analyse der klinischen Effloreszenzen. Beispielsweise verursacht eine Interface-Dermatitis einen typischen gelblichgräulichen Aspekt. Ist dies bei einem stammbetonten Exanthem vorhanden, kann auf ein Arzneimittelexanthem oder einen Arzneimittel-getriggerten Lupus erythematodes geschlossen werden. In gleicher Weise hilft dieses Wissen bei der Interpretation und Wertung des Histologiebefundes. Für Dermatohistologen ebenso wie für klinisch tätige Dermatologen sind profunde Kenntnisse klinischer Bilder von Hauterkrankungen und ein Verständnis für deren Pathophysiologie und Therapie, ebenso wie histologische Kenntnisse Voraussetzungen für die Diagnose schwieriger oder komplexer Erkrankungen. Die Dermatohistologie ist daher seit jeher ein integraler Bestandteil der Dermatologie.

Michael J. Flaig, Sonja Ständer, Almut Böer, Christian Rose

Reviewer:Wolfgang Bräuninger, Mainz
und Dieter Krahl, Heidelberg

CME Dermatol 2007;3(2):16-29